Ein Team im Soll

Als am sechsten Dezember der Abpfiff im Bezirksliga-Top-Spiel zwischen Weimar und Mühlhausen ertönte, fiel den Spielern sichtbar eine große Last von den Schultern. Unter die ersten Vier kommen, lautet das Saison- und somit auch Hinrundenziel der Mannschaft um Spielertrainer Philip Thomisch. „Eine der besseren Mannschaften wollten wir schon schlagen“, gab Defensiv-Spezialist Leonard Suttner erleichtert zu Protokoll. Es war gelungen. Mit einer Bilanz von fünf Siegen und zwei Niederlagen verabschiedeten sich die Kulturstädter in die Winterpause des Punktspielbetriebs.

Dabei verlief die Hinrunde, wenn man genau hinsah, eigentlich nicht nach dem Geschmack des jungen Teams. Gegen Gispersleben, Heiligenstadt, Gotha V und Lok Eisenach konnte zunächst gewonnen werden. Mit einer weißen Weste aus den ersten vier Begegnungen griff Weimar ganz oben mit ein. Das große Aber: „Gegen Gispersleben, Heiligenstadt und Eisenach haben wir phasenweise einfach zu sehr gewackelt. Das habe ich mir nach unserer aufwändigen Saisonvorbereitung anders vorgestellt“, so Philip Thomisch nachdenklich.

Prompt folgte eine Niederlage beim Seamróg BC in Nordhausen, wo eine grippegeschwächte Weimarer Vertretung den Kampf suchte, den Sieg aber nicht fand. Gegen die BSG Einheit Sömmerda ging man eine Woche später sang- und klanglos unter. Als passende Antwort kann der siebte Spieltag gewertet werden, an dem die SG HSV-Victoria eben jenen BBC Mühlhausen mit 48:43 nach Hause schickte. Aus dem offensiven Feuerwerk des punktstärksten Teams der Weststaffel wurde ein ganz kleines Licht. Ein guter Tag für Weimar.

Schaut man auf den verjüngten Kader des Teams, so lassen sich zudem Antworten auf den Verlauf der Hinrunde finden: Mit dem Flügelspieler Felix Augustin (zuletzt BG Litzendorf/Bayern) und Forward Henry Zlotowski (zuletzt BSC Midnightfun Jena) konnten zwei potenzielle Leistungsträger als Neuzugänge verzeichnet werden. Durch die Bauhaus-Universität fanden auch die beiden Innenspieler Jasper Andresen (zuletzt Eimsbüttler Sportverein/Hamburg) und Endre Aladar Papp (zuletzt Hochschulmannschaft in Rumanien) sowie das 19jährige chinesische Talent Ting-Yi Yang den Weg in die Trainingshalle.

Dem Kader die nötige Routine und Stabilität geben nun nicht mehr nur die bekannten Gesichter von Martin Schröder (Aufbau), Jan Schreiber und Goran Kosutic (beide Center), sondern eben auch die studentischen Spieler aus der Vorsaison: Leonard Suttner, Damir Agic und Tillmann Gebauer zählen mittlerweile zu den Stammkräften beim Bezirksligateam der SG HSV-KSSV. „Auf vielen Positionen sind wir sehr ausgeglichen besetzt“, stellt Guard Roman Kleindienst fest, der über die letzten Jahre schon viele Besetzungen seines Teams erlebt hat, „die Leistungsunterschiede untereinander werden immer kleiner“. Im Falle des Serben Damir Agic schlummert wohl noch eine ganze Stange Potenzial für das Team: Der 1,81 Meter große Flügelspieler verpasste fast die komplette Hinrunde wegen eines schlimmen Bänderisses. Zuvor hatte der 31jährige eine vielversprechende Saisonvorbereitung absolviert – Testgegner Saalfeld nahezu im Alleingang aus der Halle gefegt. Nach sechs Spielen Pause kehrte Agic erstmals aufs Feld zurück und warf die entscheidenden Zähler gegen Mühlhausen im Alleingang. „Gut, dass er zurück ist“, so Thomisch, „seit er bei uns ist, ist er ein wichtiger Baustein dieses Teams. Er stellt sich wie kaum ein anderer in den Dienst seiner Teamkollegen.“

Und genau das könnte noch zur großen Stärke der jungen Basketballmannschaft werden. „Wir stehen sehr nah zusammen als eine wirkliche Einheit. Wir können nicht ohne Emotion“, weiß der Spielertrainer, „die fünf auf dem Feld werden durchgehend durch die Bank zu bester Leistung gepusht. Manche denken sicher, wir sind verrückt – aber ich liebe diese Mannschaft und wie wichtig ihr der Sport und das Miteinander ist.“

Rein statistisch gesehen hat Weimar ebenfalls an Möglichkeiten gewonnen: Während das Guard-Duo Felix Augustin und Philip Thomisch in der Hinrunde extrem sicher von der Dreierlinie punktete, zählt auch Innenspieler Goran Kosutic weiterhin zu den Top-Scorern der Liga. Ansonsten verlässt sich die Mannschaft auf einen ambitionierten Schnellangriff, aus dem alle Spieler punkten können sowie eine aggressive Team-Defense. Alles was man braucht, um ganz oben dabei zu sein? „Nicht ganz“, meint der Spielertrainer, „gemeinsame Erfahrung kann man nicht so schnell gewinnen, deswegen ist zum Beispiel Sömmerda für uns noch eine Nummer zu groß. Alles was wir nicht haben, versuchen wir durch Kampf und Herz wett zu machen. Aber wir müssen uns noch finden, um kontinuierlicher zu spielen.“

Was kann man also von der Rückrunde erwarten? „Wir wollen ganz sicher nicht weniger Spiele gewinnen als in der Hinrunde“, lächelt der Trainer.

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Siebter Spieltag: Sieg gegen Gotha III

70 Weimar I : Gotha III 60

Das letzte Spiel im Kalenderjahr 2014 gewannen die 1. Herren mit 70:60 und gehen so mit einer weißen Weste in die Weihnachtsferien. In Gotha gelang ohne Artom Haaf und mit einigen angeschlagenen Spielern ein ungefährdeter Sieg, der jedoch höher ausfallen hätte müssen.

Die Weimarer führten von Beginn an, verpassten es jedoch bereits im ersten Viertel die Vorentscheidung zu treffen. Einerseits gelangen einfache Korbleger auf den zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Körben in der Halle der Arnoldischule. Andererseits waren die Lücken der Defensive immer wieder so groß, dass die signifikant jüngeren Talente zu einfachen Punkten kamen.

Wie ein roter Faden durch das Weimarer Spiel sollte sich auch ziehen, dass wenig über die eigenen Systeme gespielt wurde, vielmehr versucht man in der Offensive zu improvisieren. Dies misslang deutlich, alles in allem hätte die Mannschaft um Spielertrainer Martin Mirsch mindestens 20 Punkte mehr machen müssen.

Im zweiten Viertel stand die Verteidigung sicherer, allerdings haderte das Team nun mit der schlechten Freiwurfquote und mit wunderlichen Fehlern des Gothaer Kampfgerichtes.

Mit einer 33:25 Führung ging das Team in die Kabine und schwor sich auf die zweite Halbzeit ein: Ziel war es, den Ball mehr laufen zu lassen, um Lücken zu kreieren. Ferner sollte wegen der undankbaren Körbe weiterhin der Weg zum Brett gesucht werden, da die Weimarer Schützen an diesem Tag für vergleichsweise wenig Gefahr sorgen konnten. Die Kabinenansprache zeigte Wirkung, Weimar startete ambitioniert, ließ im Verlauf des dritten Viertels aber wieder nach und ging mit einer 52:39 Führung ins Schlussviertel.

Hier scorten erneut vor allem die großen Spieler und fuhren den Arbeitssieg ein: von den 70 Weimarer Punkten kamen 46 von den vier Centern.

Hier die Statistik zum Spiel.

Weihnachtsfeier der Abteilung Basketball und Pokalausblick

Am vergangenen Samstag feierten die Weimarer Basketballmannschaften zum Jahresabschluss ihre Weihnachtsfeier nach guter Tradition im Steinhaus an der Falkenburg. Neben Auszeichnungen für Trainer Philip Thomisch, welcher seit fast anderthalb Jahren mit Erfolg die 2. Herren sowie die U16 betreut, und Trainer Artom Haaf, der mit seinen Damen nach der Hinrunde auf dem zweiten Tabellenplatz überwintern darf, gab es wie immer leckeres Essen und Glühwein.Weihnachtsfeier 1

An dieser Stelle möchten wir uns bei der Bäckerei Preußel aus Weimar und der Blutwurstmanufaktur aus Berlin für die Unterstützung unserer Weihnachtsfeier, die diesen schönen Abend aus kulinarischer Sicht ermöglichten, ganz herzlich bedanken.

Im Verlaufe des Abends standen erneut eine Versteigerung von gebrauchten Basketballartikeln für einen guten Zweck, das Basketballquiz mit Martin Mirsch sowie Highlight Videos der vergangenen Saison auf dem Programm.

Die Mannschaften feierten bis spät in den Abend und ließen die Hinrunde Revue passieren, schließlich finden die nächsten Ligaspiele erst wieder im Januar statt.

Weihnachtsfeier 2Am kommenden Wochenende jedoch warten noch einige Herausforderungen jenseits des Ligaalltags, denn dann steigt die nächste Runde im Thüringer Pokalwettbewerb: während die 1. Herren bei Landesligaspitzenreiter Hermsdorf zu Gast sind, empfangen die 2. Herren den Oberligisten Gotha III in der Innenstadthalle. Beide Aufgaben erscheinen lösbar, jedoch sind beide Mannschaften ersatzgeschwächt und müssen auf einige Stammkräfte verzichten. Im Vordergrund stehen daher nicht ein Sieg um jeden Preis, sondern der Spaß am Basketball und viel Einsatzzeit für alle Spieler.

In der vergangenen Saison erreichte Weimar mit ähnlicher Philosophie trotzdem das Pokalhalbfinale.

Weihnachtsturnier an der Falkenburg

Am Donnerstag, dem 11.12.2014, traten Spielerinnen und Spieler der SG Weimar Basketball beim 3. Weihnachtsturnier der Bauhaus Uni in Weimar an und stellten zwei Teams. Während das Herrenteam den 1. Platz erringen konnte, sicherten sich die als einziges Damenteam angetretenen „Zerschmetterlinge“ immerhin einen guten 3. Platz.

Weihnachtsturnier Damen

„Für uns ging es in erster Linie darum, weitere Spielpraxis zu bekommen, gegen völlig unbekannte Gegner zu testen und zum Jahresabschluss noch einmal Spaß zu haben. Außerdem haben wir viele junge Spielerinnen und Spieler in unseren Reihen, die gerne Turniererfahrung sammeln und sich auch für mehr Spielzeit im Ligaalltag empfehlen wollen.“, sagte Aufbauspielerin Antonia Warnstedt.

„Wir haben viel Spaß gehabt und konnten ein bisschen experimentieren, was sonst ja nur in der Saisonvorbereitung oder Testspielen möglich ist. Trotzdem mussten wir in der kleinen Halle konzentriert spielen. Alles in allem ein gelungener Abend.“, fasste Allrounder Tim Heinschild zusammen.

Kapitän der Oberliga-Damen Alice Dreßler meinte: „Klar war da heute mehr drin, aber wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wir haben stark als Mannschaft funktioniert und gegen physisch stärkere Mannschaften mitgehalten und schließlich zwei Siege eingefahren. Diese Erfahrung motiviert uns für die Liga umso mehr.“

Wir bedanken uns bei den Organisatoren für die Ausrichtung des gelungenen Wettbewerbs und wünschen an dieser Stelle Daniela und Christian weiterhin alles Gute und eine schnelle Genesung!

Weihnachtsturnier Herren