„Jena minus 30…“

Sprechchöre wurden zum Motto des Wochenendes. 5 Weimarer Teams – 5 Siege

Ein Wochenende für die Vereinschroniken: nachdem unsere Damen (42:38 gegen Erfurt) und die U16 (53:26 gegen Gotha) Auswärtssiege eingefahren hatten, schlugen die Oberligaherren Science City Jena IV daheim mit 93:63. Und die Sprechchöre unserer Fans „Jena minus 30!“ und „Auf gehts, Jungs aus Weimar!“ klangen so manchem noch in den Ohren, der an jenem Abend in der Asbachhalle mitgefiebert hatte. So auch den Spielern der U19 und der Landesligaherren, die als Zuschauer anwesend waren und die unfassbare Stimmung und Motivation in ihre eigenen Reihen mitnehmen wollten.

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Ergebnis der U19

Die U19-Spieler griffen die Parole als erste auf, als sie am gestrigen Sonntag den USV Jena mit 79:49 auswärts düpierten und den ersten Saisonsieg verdient einfuhren. Trotz vieler Turnover zogen sie unaufhaltsam davon, dank ebenso vieler Steals, schöner Pässe und unter Mitwirkung der dynamischen Neuverpflichtung aus Griechenland, Dimitrios „Leonidas“ Melistas, der wie schon bei den Oberligaherren keinen Angreifer passieren ließ.

Und in der finalen Begegnung am Sonntagabend, als die Landesligaherren in der Sparkassenarena gegen Science City VI gefordert waren, galt es, den fünften Sieg für Weimar perfekt zu machen. Auch Spielertrainer Hagen Schmidt, der am Vorabend schon in der Oberliga auf Körbejagd gegangen war, und Co-Trainer Philip Thomisch hatten die Fangesänge im Kopf und wollten unbedingt den Auswärtssieg als Etappenerfolg in Richtung Tabellenspitze. Letzterer erklärte: „Wenn vier Teams vorlegen, will man natürlich nachziehen. Und auch für die Liga war dieser Sieg unbedingt nötig, denn die Konkurrenz schläft nicht.“

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Unsere Jungs in der Sparkassenarena: hinten v.l.n.r.: Roman Kleindienst, Endre Papp, Hagen Schmidt, Julian Kampmann, Jonny Vom Dahl, Timmy Yang, vorne v.l.n.r.: Martin Schröder, Christopher Ganseforth, Damir Agic, Philip Thomisch, Nils Feldmann

Und so gab die Mannschaft von Beginn an alles, dominierte die Partie vom Start weg, ließ keinen Führungswechsel zu und gewann am Ende deutlich mit 78:44. Allerdings hätte der Sieg noch höher ausfallen müssen, denn bisweilen vergaben die Weimarer einfache Chancen und begingen ungewöhnlich viele Schrittfehler. Das erste Viertel endete auch wegen solcher Unkonzentriertheiten 20:12 aus Sicht der Gäste. Das folgende Viertel war defensiv besser, allerdings fehlte im Angriff das Wurfglück und die letzte Konsequenz. Es endete 11:10, ein schwacher Spielabschnitt mit wenigen Highlights. Nach der Halbzeitansprache jedoch explodierte Weimar an beiden Enden des Feldes und lieferte nach dem 31:22-Halbzeitstand einen beeindruckende zweite Hälfte ab. Mit 24:13 und 23:9 fegten die Goethestädter den Gegner vom Parkett, der konditionell nur noch wenig entgegenzusetzen hatte. Die Umstellung auf Zonenverteidigung hingegen brachte den Hausherren nicht viel, auch aus der Distanz konnte Weimar erstaunlich gut punkten, acht Dreier fanden ihren Weg in den Korb, Damir Agic (16 Punkte) netzte erneut 4 Stück ein und bestätigte seine tolle Leistung aus dem Nordhausen-Spiel. Auch die anderen Flügelspieler kamen immer besser in Schwung, spielten dynamischer und erarbeiteten sich gute Chancen durch Drives und schöne Kick-Outs.
Das letzte Viertel wurde geprägt von starken Spielzügen und einem unbekümmerten Run-And-Gun-Basketball, in dem Jonny Vom Dahl und Philip von der Dreierlinie ihr Team trugen, neben den individuellen 21 und 13 Punkten jedoch auch ihre Mitspieler schön in Szene setzten: Julian Kampmann schoss seinen ersten Dreier der Saison, Nils Feldmann scorte zwei schöne Korbleger nach harten Sprints. Fast alle Weimarer Spieler konnten punkten und die Mannschaft spielte den 34-Punkte-Sieg in einer sehr fairen Partie unter der Leitung besonnener, solider Schiedsrichter heraus und katapultierte sich dadurch auf Tabellenplatz zwei hinter Sömmerda.

Stimmen zum Spiel:
Jonny Vom Dahl:
Die Formkurve zeigt nach oben. Wir haben aus den letzten drei Spielen drei Siege eingefahren (das 79:80 gegen Nordhausen wurde nachträglich am „grünen Tisch“ gewonnen – 20:0) und viel Erfahrung gesammelt. Es zeigt sich, dass wir uns jedem Gegner anpassen können, sind auf den kleinen und den großen Positionen stark besetzt. Allerdings dürfen wir uns nach solchen Spielen nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, schließlich wollen wir uns mit den Stärksten in der Liga messen und da müssen wir uns erst noch beweisen.
Julian Kampmann: Ich glaube, dass wir bei der Spielgeschwindigkeit und in der Flügelverteidigung noch zulegen können, beides werden wichtige Faktoren in unseren nächsten Spielen sein.
Coach Hagen Schmidt:  Wir sind eigentlich in einer komfortablen Situation: ich habe 7 oder 8 Spieler, die, wenn sie es erzwingen würden, locker 15-20 Punkte in jedem Spiel machen könnten. Dazu viele, die an guten Tagen eine ganze Mannschaft inspirieren können. Jedoch zieht niemand eine Ego-Show ab, sondern findet immer wieder den freieren Mitspieler, denkt für das Team, kämpft für das Team. Wir haben erfahrene Spieler und unbeschwerte Young-Guns. Große und kleine, kräftige und unglaublich schnelle Spieler. Die Herausforderung ist es, alle in ein System zu integrieren, Basics sicherzustellen und sich an jeden Gegner anzupassen. Momentan macht es einfach Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten.

Für Weimar spielten:
Vom Dahl (21 Punkte), Agic (16, 4 Dreier), Thomisch (13, 2 Dreier), H. Schmidt (9), Kampmann (6, 1 Dreier), Feldmann (4), Schröder (3, 1 Dreier), Gansefort (2), Papp (2), Yang (2), Kleindienst

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